Faktencheck

Was AfD-Politiker sagen. Mit Quelle.

47 Aussagen und Positionen der AfD, jede mit Datum, Funktion und nachprüfbarem Beleg. Damit sich jede und jeder in Kettig selbst ein Bild machen kann.

Stand: 19. September 2026

Einordnung

Wie der Verfassungsschutz die AfD einstuft

Bundespartei

Rechtsextremistischer Verdachtsfall. Die Hochstufung zur „gesichert rechtsextremistischen Bestrebung“ hat das Verwaltungsgericht Köln am 26.02.2026 im Eilverfahren vorläufig gestoppt. Das Hauptsacheverfahren läuft noch.

Quelle: VG Köln, Pressemitteilung vom 26.02.2026

Fünf Landesverbände

In Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen gilt die AfD als gesichert rechtsextremistisch. In Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wird das noch gerichtlich überprüft.

Quelle: Correctiv, 17.06.2026

Rheinland-Pfalz

Der Verfassungsschutz beobachtet den Landesverband. Er dokumentiert unter anderem ein ethnisch-kulturelles Volksverständnis, Verbindungen zur „Neuen Rechten“ und Anhaltspunkte für antisemitische Positionen.

Quelle: Ministerium des Innern Rheinland-Pfalz

Warum der Begriff „Remigration“ rechtlich relevant ist: Das Bundesverwaltungsgericht hat im Compact-Verfahren festgehalten, dass ein Remigrationskonzept, das zwischen deutschen Staatsangehörigen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheidet, das von Menschenwürde und Demokratieprinzip geschützte gleiche Verständnis der Staatsangehörigkeit missachtet.

Quelle: t-online, 19.12.2025

Dokumentation

47 Aussagen und Positionen, jede mit Quelle

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17.09.2026 Christian Blex Landtagsabgeordneter, NRW

In einer Landtagsdebatte zur Schulqualität machte er „Massenzuwanderung aus Niedrig-IQ-Regionen“ für die Probleme an den Schulen verantwortlich.

  • Rassismus
  • Wissenschaft
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Eine Abgeordnete der Grünen warf ihm daraufhin im Landtag Rassenlehre vor.

10.09.2026 Ulrich Siegmund Spitzenkandidat und Fraktionschef der AfD Sachsen-Anhalt

Auf einer Pressekonferenz bezeichnete er Rüstungsgüter als mögliche „Hilfsmittel“ für spätere Remigrations- und Abschiebeoffensiven.

  • Völkisch und „Remigration“
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Bundeskanzler Merz hatte das Remigrationskonzept der AfD tags zuvor im Bundestag als ethnische Säuberung bezeichnet. Die AfD-Fraktion stellte Strafanzeige gegen Merz und erklärte, sie stehe fest auf dem Boden des Grundgesetzes.

29.08.2026 Jean-Pascal Hohm Bundesvorsitzender der AfD-Jugend „Generation Deutschland“

Beim Bundeskongress in Magdeburg forderte er die millionenfache Rückführung Zugewanderter: „Millionen müssen dieses Land wieder verlassen.“

  • Völkisch und „Remigration“
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Der EU-Abgeordnete René Aust forderte auf demselben Kongress eine europaweite Remigration. Hohm selbst hat an anderer Stelle betont, Remigration solle aus seiner Sicht nicht für deutsche Staatsbürger gelten.

Ende August 2026 Tino Chrupalla Bundessprecher der AfD

Bei einem Wahlkampfauftritt in Grimmen sagte er zu einem Waffenfund bei Berlin, die Waffen hätten „wahrscheinlich irgendwelche Zigeuner dort verloren, beim Pilzesuchen“.

  • Rassismus
  • Presse
  • Strafanzeige, keine Entscheidung
Kontext und Reaktionen

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erstattete Strafanzeige wegen Volksverhetzung und Beleidigung. Chrupalla erklärte, er habe nicht die Volksgruppen der Sinti und Roma gemeint. Eine Strafanzeige ist keine Verurteilung.

30.05.2026 Kay Gottschalk, Lena Kotré, Sven Tritschler stellv. Bundessprecher und MdB; Landtagsabgeordnete Brandenburg; Landtagsabgeordneter NRW

Die drei nahmen an einem internationalen „Remigrationsgipfel“ in Portugal teil, dessen Hauptredner der Kopf der Identitären Bewegung, Martin Sellner, war. Gottschalk und Kotré stellten die Abschiebung von Millionen Menschen als Lösung für Wohnungsmarkt und Bildungssystem dar.

  • Völkisch und „Remigration“
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Der AfD-Bundesvorstand hatte gemeinsame Auftritte mit Sellner zuvor als problematisch bezeichnet.

02.05.2026 Robert Teske Bundestagsabgeordneter, Thüringen

Er unterstützte ein Vernetzungstreffen des neurechten „Jungeuropa“-Verlags finanziell und schrieb dazu, er habe es als „Teil eines lebendigen ‚Vorfelds‘“ unterstützt.

  • Demokratie und Verfassung
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Laut Correctiv waren unter den Gästen Personen aus dem NSU-Unterstützerumfeld und der „Hammerskins“. Die ebenfalls als Unterstützerin genannte EU-Fraktion ESN bestreitet Zahlungen im Zusammenhang mit dem Treffen.

Januar 2026 Ratsmitglied der AfD in Erkrath Stadtrat Erkrath und Kreistag Mettmann, in der Presse nicht namentlich genannt

Auf seinem privaten X-Account forderte er unter anderem eine Brandmarkung ausreisepflichtiger Menschen sowie Militäreinsätze und Schusswaffengebrauch vor Moscheen.

  • Rassismus
  • Presse
  • Ermittlungen laufen
Kontext und Reaktionen

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Volksverhetzung. Die Posts sind gelöscht, dem WDR liegen Screenshots vor. Der Politiker äußert sich nicht, der AfD-Kreisverband verweist auf das laufende Verfahren. Es gilt die Unschuldsvermutung.

29.11.2025 Alexander Eichwald damals AfD-Mitglied, Bewerber für den Vorstand der AfD-Jugend

In einer Bewerbungsrede, die in Tonfall und Gestik an Adolf Hitler erinnerte, forderte er, ein deutsches Kind solle „nie wieder Scham empfinden“, deutsch zu sein. Er erhielt zwölf Prozent der Stimmen.

  • NS-Verharmlosung
  • Presse
  • Partei zog Konsequenzen
Kontext und Reaktionen

Eichwald war erst wenige Wochen Mitglied; ein AfD-Abgeordneter vermutete eine gezielte Aktion von außen. Eichwald erklärte später, die Rede sei ernst gemeint gewesen. Die Herforder AfD warf ihn aus der Ratsfraktion, Ende April 2026 wurde er aus der Partei ausgeschlossen.

29.11.2025 Kevin Dorow damals Bundesvorstand der AfD-Jugend „Generation Deutschland“

Bei der Gründung der AfD-Jugend rief er unter Verweis auf Björn Höcke: „Jugend muss durch Jugend geführt werden“. Der Satz war ein Leitsatz der Hitlerjugend.

  • NS-Verharmlosung
  • Presse
  • Ermittlungen laufen
Kontext und Reaktionen

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen, die Parteiführung verhängte ein zweijähriges Ämterverbot. Sein Nachfolger Tim Demuth stellte sich im August 2026 unter Applaus hinter ihn und nannte das Ämterverbot Unterdrückung jugendlicher Opposition.

29.11.2025 Julia Gehrckens Bundesvorstand der AfD-Jugend „Generation Deutschland“

Bei der Gründung der AfD-Jugend in Gießen warb sie mit dem Satz „Nur millionenfache Remigration schützt unsere Frauen und Kinder“ und wurde in den Vorstand gewählt.

  • Völkisch und „Remigration“
  • Presse
November 2025 Ulrich Siegmund Spitzenkandidat der AfD Sachsen-Anhalt

Auf die Frage in einem Podcast, ob die NS-Zeit das Schlimmste der Menschheit gewesen sei, antwortete er: „Das maße ich mir nicht an zu bewerten“.

  • NS-Verharmlosung
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Auf den Hinweis, dass bei seinen Auftritten „Sieg“ gerufen und mit „Mund“ geantwortet werde, fragte er, was an seinem Namen falsch sei. Zentralratspräsident Josef Schuster sah in den Aussagen eine Sympathie für die NS-Zeit.

August/September 2025 Joachim Paul Landtagsabgeordneter, Rheinland-Pfalz

Der Wahlausschuss Ludwigshafen ließ ihn wegen Zweifeln an seiner Verfassungstreue nicht zur Oberbürgermeisterwahl zu. Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz sah hinreichende Anhaltspunkte, dass er keine Gewähr für ein Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung bietet.

  • Demokratie und Verfassung
  • Gericht
  • Rheinland-Pfalz
Kontext und Reaktionen

Die Gerichte haben vor der Wahl nur summarisch geprüft; eine Klärung im Wahlprüfungsverfahren bleibt möglich. Das Bundesverfassungsgericht nahm Pauls Beschwerde nicht zur Entscheidung an. Paul sprach von einer undemokratischen Wahl.

rechtskräftig 2025 Björn Höcke Landes- und Fraktionsvorsitzender der AfD Thüringen

Er verwendete 2021 und 2023 die verbotene SA-Parole „Alles für Deutschland“. Der Bundesgerichtshof bestätigte 2025 die Geldstrafen; Höcke habe die Parole bewusst verwendet.

  • NS-Verharmlosung
  • Gericht, rechtskräftig
Juli 2025 Hans-Thomas Tillschneider Landtagsabgeordneter Sachsen-Anhalt, Kreistag Saalekreis

Im Kreistag behauptete er, Ziel der Regenbogenfahne sei die Zerstörung der Gesellschaft. Die Völker Europas müssten die „Vormacht des Regenbogens brechen“.

  • Menschenfeindlichkeit
  • Presse
Juni 2025 Nicole Höchst Bundestagsabgeordnete, Landesliste Rheinland-Pfalz

Sie postete auf X unter ihrem Namen das Bild zweier arabisch gekleideter Männer mit dem Text an alle Muslime in Deutschland: „Es ist mit Schweinescheiße gedüngt“.

  • Rassismus
  • Presse
  • Rheinland-Pfalz
Kontext und Reaktionen

Die AfD-Bundestagsfraktion nannte den Post „völlig inakzeptabel“. Er wurde auf Verlangen von Alice Weidel und Tino Chrupalla gelöscht.

11.01.2025 Alice Weidel Bundessprecherin und Kanzlerkandidatin der AfD

Auf dem Parteitag in Riesa kündigte sie Rückführungen im großen Stil an und sagte: „Wenn es dann Remigration heißen soll, dann heißt es eben Remigration“.

  • Völkisch und „Remigration“
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Der Parteitag nahm den Begriff anschließend ins Wahlprogramm auf, obwohl er im Entwurf des Bundesvorstands nicht enthalten war.

Januar 2025 Alice Weidel Bundessprecherin und Kanzlerkandidatin der AfD

Auf dem Parteitag kündigte sie an: „Wir schließen alle Gender Studies und schmeißen die Professoren raus.“ Zwei Tage zuvor hatte sie im Gespräch mit Elon Musk behauptet, Hitler sei Kommunist gewesen.

  • Wissenschaft
  • NS-Verharmlosung
  • Presse
Dezember 2024 Tony Riller Kreistagsabgeordneter und stellv. Kreisvorsitzender der AfD Uckermark

Das Amtsgericht Prenzlau verurteilte ihn wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe. In einer Rede hatte er Geflüchtete pauschal als Messerstecher und Vergewaltiger dargestellt.

  • Rassismus
  • Gericht
  • nicht rechtskräftig
Kontext und Reaktionen

Riller arbeitet für den AfD-Bundestagsabgeordneten Hannes Gnauck und hat Berufung eingelegt. Bis zur Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.

2024 Hans-Thomas Tillschneider Landtagsabgeordneter und kulturpolitischer Sprecher der AfD Sachsen-Anhalt

Er nannte das Unesco-Welterbe Bauhaus abgrundtief hässlich. Die AfD-Fraktion brachte dazu einen Antrag mit dem Titel „Irrweg der Moderne“ ein.

  • Demokratie und Verfassung
  • NS-Bezug
  • Landtagsantrag
Kontext und Reaktionen

Die Formulierung stammt vom nationalsozialistischen Rassenideologen Paul Schultze-Naumburg, der sie 1928 in seiner Schrift „Kunst und Rasse“ verwendete. Im Wahlprogramm 2026 bezeichnet die AfD das Bauhaus als umstrittene Architekturschule ohne nationale Verwurzelung.

August/September 2024 Hannes Gnauck Bundestagsabgeordneter, Mitglied im Bundesvorstand

Er sagte, zum Deutschsein gehöre mehr als eine Staatsbürgerurkunde, und man müsse wieder entscheiden dürfen, wer zum Volk gehört. Als Obergrenze für Migration nannte er minus eine halbe Million Menschen pro Jahr.

  • Völkisch und „Remigration“
  • Bundesamt für Verfassungsschutz
Kontext und Reaktionen

Beide Aussagen führt das Bundesamt für Verfassungsschutz in seiner öffentlich gewordenen Belegliste zur Einstufung der AfD auf.

Mai 2024 Maximilian Krah damals Spitzenkandidat zur Europawahl, heute Bundestagsabgeordneter

Einer italienischen Zeitung sagte er, nicht jeder SS-Mann sei automatisch ein Verbrecher gewesen.

  • NS-Verharmlosung
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Die AfD verhängte ein Auftrittsverbot im Wahlkampf, Krah zog sich aus dem Bundesvorstand zurück. Er erklärte, seine Aussagen würden als Vorwand missbraucht, um der Partei zu schaden.

November 2023 Treffen in Potsdam unter anderem mit AfD-Funktionären und Martin Sellner

Bei einem Treffen in Potsdam stellte der Rechtsextremist Martin Sellner vor AfD-Funktionären sein Remigrationskonzept vor, das auch Menschen mit deutschem Pass erfassen soll.

  • Völkisch und „Remigration“
  • Presse
  • Verfahren teils offen
Kontext und Reaktionen

Teilnehmer gingen gegen die Berichterstattung vor. Das Landgericht Hamburg wies Klagen ab, das Landgericht Berlin untersagte Correctiv eine einzelne Formulierung; dieses Urteil ist nicht rechtskräftig. Unabhängig davon hat das Bundesverwaltungsgericht 2025 festgestellt, dass ein solches Remigrationskonzept mit der Menschenwürde unvereinbar ist.

Oktober 2023 Maximilian Krah damals Mitglied im AfD-Bundesvorstand

Er kommentierte eine Aussage von Katrin Göring-Eckardt zur Migration mit dem Wort „Umvolkung“. Der AfD-Bundesverband teilte den Beitrag.

  • Völkisch und „Remigration“
  • Bundesamt für Verfassungsschutz
Kontext und Reaktionen

Der Begriff stammt aus dem Vokabular des Nationalsozialismus und wird heute in der Verschwörungserzählung vom „großen Austausch“ verwendet. Der Verfassungsschutz führt den Beitrag in seiner Belegliste.

2023 und 2024 AfD-Bundesverband und Dennis Hohloch offizieller Parteikanal; Landtagsabgeordneter Brandenburg

Der Bundesverband warb auf Facebook damit, Abschiebungen schafften Wohnraum. Hohloch kommentierte den Sturz des syrischen Machthabers Assad mit Spott über einen angeblichen Rückschlag für die heimische Messerindustrie.

  • Rassismus
  • Bundesamt für Verfassungsschutz
Kontext und Reaktionen

Beide Beiträge führt das Bundesamt für Verfassungsschutz als Belege dafür an, dass Zugewanderte pauschal abgewertet werden.

09.08.2023 Björn Höcke Landesvorsitzender der AfD Thüringen

Im MDR-Sommerinterview nannte er die Inklusion von Kindern mit Behinderung an Regelschulen eines von mehreren „Ideologieprojekten“, von denen das Bildungssystem befreit werden müsse.

  • Menschenfeindlichkeit
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Behindertenverbände und Gewerkschaften reagierten entsetzt; die Lebenshilfe sprach von einem Angriff auf die Menschenwürde.

Juli 2023 Alice Weidel Bundessprecherin der AfD

In einem Interview mit Compact TV behauptete sie, Messerkriminalität sei in „unserer Kultur“ unbekannt und stamme aus Kulturkreisen in Afrika und dem Nahen Osten.

  • Rassismus
  • Bundesamt für Verfassungsschutz
2021 bis 2024 AfD-Bundesvorstand Aussagen führender Funktionäre

Führende Funktionäre stellten demokratische Parteien als von außen gelenkte Verfassungsfeinde dar, bezeichneten Deutschland als nicht souverän und nannten Unionspolitiker Vaterlandsverräter.

  • Demokratie und Verfassung
  • Bundesamt für Verfassungsschutz
Kontext und Reaktionen

Das Bundesamt für Verfassungsschutz wertet solche Aussagen als Angriff auf das Demokratieprinzip. Der Staatsrechtler Michael Brenner hält Teile der Belegliste dagegen für zu harmlos, um eine Einstufung zu tragen.

Februar 2021 Stadtverordneter der AfD in Cottbus in der Presse nicht namentlich genannt

In einem Instagram-Chat beleidigte er eine 18-Jährige rassistisch und wünschte ihr, von einem Schwarzen vergewaltigt zu werden. Die Frau veröffentlichte den Chatverlauf.

  • Menschenfeindlichkeit
  • Presse
  • Urheberschaft bestritten
Kontext und Reaktionen

Die Frau erstattete Anzeige. Der Politiker erstattete seinerseits Anzeige wegen Bedrohung und Beleidigung und spekulierte, sein Account könne gehackt worden sein. Sein Instagram-Profil wurde gelöscht.

Mai 2020 Alexander Gauland damals Ehrenvorsitzender der AfD und Bundestagsabgeordneter

Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes sagte er, der 8. Mai sei auch ein „Tag der absoluten Niederlage“ und des Verlusts von Gestaltungsmöglichkeiten gewesen. Einen Feiertag lehnte er ab.

  • NS-Verharmlosung
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Charlotte Knobloch, Holocaust-Überlebende und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, erklärte, für die Mehrheit sei der Tag ein Grund zur Freude, weil er Freiheit und Demokratie wieder möglich gemacht habe.

Februar 2020 Christian Lüth damals Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion

In einem heimlich aufgezeichneten Gespräch sagte er, mehr Migranten seien gut für die AfD; man könne sie später noch „erschießen“ oder vergasen.

  • Menschenfeindlichkeit
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Die Fraktion kündigte ihm im September 2020 fristlos. Alexander Gauland nannte die Aussagen völlig inakzeptabel und unvereinbar mit den Zielen der AfD.

Oktober und November 2019 Stephan Brandner damals Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag

Nach dem Anschlag von Halle teilte er einen Beitrag, der Politikern das Gedenken in Moscheen und Synagogen vorwarf. Das Bundesverdienstkreuz für Udo Lindenberg nannte er „Judaslohn“.

  • NS-Verharmlosung
  • Bundestag
  • Deutung umstritten
Kontext und Reaktionen

Der Rechtsausschuss wählte ihn am 13. November 2019 als Vorsitzenden ab, ein bis dahin einmaliger Vorgang. Alle Fraktionen außer der AfD stimmten dafür. Brandner wies die Vorwürfe zurück; die AfD-Fraktion klagte dagegen in Karlsruhe.

Chats aus 2018 Marcel Grauf damals Mitarbeiter zweier AfD-Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg

In privaten Chats wünschte er sich einen Bürgerkrieg mit Millionen Toten und äußerte sich mehrfach gewaltverherrlichend.

  • Menschenfeindlichkeit
  • Presse, Wortlaut geprüft
Kontext und Reaktionen

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hielt die Chatprotokolle für hinreichend glaubhaft authentisch. Correctiv hat die Zitate geprüft. Grauf war Mitarbeiter, kein Mandatsträger.

02.06.2018 Alexander Gauland damals Bundessprecher der AfD

Beim Kongress der AfD-Jugend nannte er Hitler und die Nationalsozialisten „nur ein Vogelschiss“ in 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.

  • NS-Verharmlosung
  • Presse
Kontext und Reaktionen

In derselben Rede bekannte er sich auch zur Verantwortung der Deutschen für den Nationalsozialismus.

16.05.2018 Alice Weidel Fraktionsvorsitzende im Bundestag

Im Bundestag sprach sie von „Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner“, die den Wohlstand nicht sichern würden.

  • Rassismus
  • Bundestag
Kontext und Reaktionen

Bundestagspräsident Schäuble erteilte ihr einen Ordnungsruf, weil sie damit alle Frauen diskriminiere, die ein Kopftuch tragen. Ihren Einspruch lehnte der Bundestag mit 549 zu 85 Stimmen ab.

2018 Björn Höcke Landesvorsitzender der AfD Thüringen

In seinem Buch „Nie zweimal in denselben Fluss“ hält er ein großangelegtes Remigrationsprojekt für notwendig, bei dem man wohl nicht um eine Politik der „wohltemperierten Grausamkeit“ herumkomme.

  • Völkisch und „Remigration“
  • Presse, Wortlaut geprüft
Kontext und Reaktionen

Correctiv hat den Wortlaut im Buch geprüft. Die im Netz verbreitete Zuspitzung, das Projekt sei „nur mit Gewalt“ zu schaffen, ist die Interpretation eines Forschers und kein Höcke-Zitat. Wir verwenden sie deshalb nicht.

31.12.2017 Beatrix von Storch stellv. Fraktionsvorsitzende im Bundestag

Zu Neujahrsgrüßen der Kölner Polizei auf Arabisch schrieb sie von „gruppenvergewaltigenden Männerhorden“.

  • Rassismus
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Twitter sperrte ihr Konto vorübergehend. Bei der Staatsanwaltschaft Köln gingen mehrere Hundert Anzeigen wegen möglicher Volksverhetzung ein, darunter eine der Kölner Polizei.

August 2017 Alexander Gauland damals Spitzenkandidat zur Bundestagswahl

Über die SPD-Politikerin und damalige Integrationsbeauftragte Aydan Özoğuz sagte er, man werde sie „in Anatolien entsorgen“ können.

  • Rassismus
  • Presse
2017 Björn Höcke Landesvorsitzender der AfD Thüringen

Dem Wall Street Journal sagte er, das große Problem sei, dass Hitler als das absolut Böse dargestellt werde.

  • NS-Verharmlosung
  • Presse, Wortlaut geprüft
Kontext und Reaktionen

Höcke bestritt die Aussage zunächst. Die Zeitung veröffentlichte daraufhin die Mitschrift des Gesprächs. Correctiv bewertet das Zitat als größtenteils zutreffend.

2017 (Chats), öffentlich seit 2021 Matthias Helferich Bundestagsabgeordneter, NRW

In Chats bezeichnete er sich als „freundliches Gesicht des NS“.

  • NS-Verharmlosung
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Helferich tat die Äußerung als Scherz ab. Er gehört seit Februar 2025 der AfD-Bundestagsfraktion an. Über seinen Parteiausschluss soll das Bundesschiedsgericht der AfD entscheiden.

17.01.2017 Jens Maier damals Richter am Landgericht Dresden und AfD-Bundestagskandidat

Als Vorredner von Björn Höcke erklärte er den „Schuldkult“ für beendet und sprach von einer Herstellung von Mischvölkern, die nationale Identitäten auslösche.

  • NS-Verharmlosung
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Nach einer Vielzahl von Strafanzeigen ermittelte die Staatsanwaltschaft Dresden wegen Volksverhetzung und stellte das Verfahren im Februar 2017 ein. Das Landgericht Dresden prüfte Disziplinarmaßnahmen wegen Verstoßes gegen das richterliche Mäßigungsgebot.

17.01.2017 Björn Höcke Landesvorsitzender der AfD Thüringen

In einer Rede in Dresden bezeichnete er das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin als „Denkmal der Schande“.

  • NS-Verharmlosung
  • Presse
Kontext und Reaktionen

Ein parteiinternes Schiedsgericht lehnte seinen Ausschluss 2018 ab.

02.06.2016 Andreas Gehlmann damals Landtagsabgeordneter, Sachsen-Anhalt

Als eine Rednerin sagte, in Maghreb-Staaten drohe Homosexuellen Gefängnis, rief er laut Landtagsprotokoll dazwischen: „Das sollten wir in Deutschland auch machen!“

  • Menschenfeindlichkeit
  • Landtagsprotokoll
Kontext und Reaktionen

Die AfD erklärte, der Zwischenruf habe sich nicht auf Gefängnisstrafen bezogen. Der Landtagspräsident lehnte eine Änderung des Protokolls ab.

Mai 2016 Alexander Gauland damals stellvertretender Bundessprecher der AfD

Über den Fußballnationalspieler Jérôme Boateng zitierte ihn die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung mit den Worten, die Leute fänden ihn als Spieler gut, aber „sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“.

  • Rassismus
  • Presse
  • Wortlaut bestritten
Kontext und Reaktionen

Gauland bestritt, Boateng beleidigt zu haben, und sprach von einem vertraulichen Hintergrundgespräch. Die Zeitung blieb bei der Darstellung und verwies auf unabhängige Mitschriften zweier Reporter. Eine Tonaufnahme gibt es nicht. Die Bundesregierung nannte die Aussage niederträchtig.

November 2015 Björn Höcke Landesvorsitzender der AfD Thüringen

In einem Vortrag über Asylbewerber aus Afrika sprach er vom „lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp“, der auf den europäischen Platzhaltertyp treffe.

  • Rassismus
  • Presse
Oktober 2015 Markus Frohnmaier damals Bundesvorsitzender der Jungen Alternative, heute Bundestagsabgeordneter

Bei einer Kundgebung in Erfurt kündigte er an, wenn die AfD komme, werde aufgeräumt und ausgemistet, und dann werde wieder Politik für das Volk gemacht.

  • Demokratie und Verfassung
  • Presse, Wortlaut geprüft
Kontext und Reaktionen

Correctiv hat das Zitat anhand der Videoaufnahme der Rede geprüft und bestätigt.

Regierungsprogramm 2026 AfD Sachsen-Anhalt Landesverband

Das Wahlprogramm will „antideutsche“ Kunst und Kultur von staatlicher Förderung ausschließen und vor allem Projekte fördern, die zur deutschen Identitätsfindung beitragen.

  • Demokratie und Verfassung
  • Parteiprogramm
Kontext und Reaktionen

Der Verwaltungsrechtler Marvin Klein hält die Pläne für verfassungswidrig, weil Förderung dann von einer politischen Selbstbeschreibung abhinge.

So arbeiten wir

  • Wir nehmen nur Aussagen von Mandatsträgern, Funktionären, offiziellen Parteikanälen und aus Parteiprogrammen auf.
  • Jede Aussage ist mit mindestens einer öffentlich zugänglichen Quelle belegt: Gerichte, Parlamente, Behörden oder etablierte Medien.
  • Wir nennen die Funktion zum Zeitpunkt der Aussage und, soweit bekannt, Distanzierungen und Konsequenzen.
  • Laufende Verfahren kennzeichnen wir. Eine Anzeige oder Ermittlung ist keine Verurteilung.
  • Zitate, die im Netz kursieren, aber nicht belegt sind, nehmen wir nicht auf. Mehrere davon hat Correctiv als unbelegt eingestuft.
  • Wo der Wortlaut bestritten ist, wo Verfahren laufen oder wo Personen in der Presse nicht namentlich genannt werden, steht das als Hinweis am Eintrag. Es gilt die Unschuldsvermutung.
  • Die Zuordnung zu Themen ist unsere Einordnung auf Grundlage der verlinkten Quellen.

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Änderungsprotokoll: 17.09.2026 Seite veröffentlicht.

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