Es ist eine einfache Frage und doch steht sie seit Monaten unbeantwortet im Raum. Der Jugendausschuss hatte am 21. November 2024 beschlossen, dass die Verwaltung den Zustand sämtlicher Spielplätze in Kettig ermitteln soll. Nach 17 Monaten ist dieser Beschluss weiterhin nicht umgesetzt. Warum?
Die SPD-Fraktion im Ortsgemeinderat hat diese Frage nun offiziell an Ortsbürgermeister Florian Heyden gerichtet, verbunden mit einem Verweis auf die Gemeindeordnung. Diese verpflichtet den Ortsbürgermeister ausdrücklich dazu, Beschlüsse des Rates und der Ausschüsse umzusetzen. Für die Sozialdemokraten ist klar: Ein politischer Beschluss darf nicht folgenlos bleiben.
Der Hintergrund ist ein Antrag der SPD-Fraktion den Zustand sämtlicher Spielplätze in Kettig systematisch zu erfassen. Ziel war es, auf dieser Grundlage einen mehrjährigen, strukturierten Sanierungsplan zu entwickeln. Doch statt einer umfassenden Bestandsaufnahme wurde bislang lediglich der jährliche sicherheitstechnische TÜV-Bericht vorgelegt.
Aus Sicht der SPD greift das zu kurz. „Eine reine Sicherheitsprüfung ersetzt keine fundierte Analyse des Gesamtzustands“, heißt es aus der Fraktion. Ohne eine vollständige Datengrundlage sei weder eine Priorisierung noch eine nachhaltige Planung möglich.
Zwar wird die aktuell geplante Sanierung des Spielplatzes im Nelkenweg grundsätzlich begrüßt. Doch auch hier üben die Sozialdemokraten Kritik am Vorgehen. „Die Entscheidung für diese Maßnahme ist allein durch die Verwaltung getroffen worden, ohne vergleichende Bewertung anderer Standorte und ohne transparente Kriterien“, bemängeln die Kettiger Sozialdemokraten, „So funktioniert die strategische Entwicklung unserer kommunalen Infrastruktur eben nicht.“
Für die SPD steht dabei mehr auf dem Spiel als nur einzelne Spielgeräte. „Kettig hat viele Familien mit kleinen Kindern. Sie haben ein Recht darauf, dass ihr Ortsgemeinderat auf einer soliden und nachvollziehbaren Grundlage entscheidet“, betont die Fraktion.
Transparenz, Verlässlichkeit und strukturiertes Handeln sind keine politischen Extras, sondern Kernaufgaben kommunaler Verantwortung. Nach 17 Monaten bleibt eine zentrale Frage: Wie sieht der vollständige Plan aus – und wann wird der Beschluss umgesetzt?


